Obwohl Selen in vielen Lebensmitteln enthalten ist, zeigen zahlreiche Ernährungsanalysen, dass die Versorgung in Europa häufig unter dem optimalen Bereich liegt, was auf die selenarmen Böden zurückzuführen ist.
Eine Nahrungsergänzung kann in vielerlei Hinsicht sinnvoll sein, weil sie zu einer ausgewogenen, verlässlichen Zufuhr beiträgt. Das Sicherheitsprofil von Selen ist gut erforscht, und die empfohlenen Mengen lassen sich in Supplementform deutlich leichter erreichen als über variierende Lebensmittelgehalte.
Besonders relevant kann eine Ergänzung sein:
- bei hoher körperlicher oder mentaler Belastung (z. B. intensiver Sport, Stress), da der Bedarf in solchen Phasen steigen kann
- bei geringer Ernährungsvielfalt, insbesondere wenn wenig Fisch, Eier oder Vollkornprodukte konsumiert werden
- bei einer Schilddrüsenunterfunktion, da die Schilddrüse zu den selenreichsten Organen zählt
- im Rahmen eines Longevity-orientierten Lebensstils, wenn der Fokus auf Zellschutz, Energiehaushalt und nachhaltiger Funktionsfähigkeit liegt
Eine Ergänzung ersetzt keine ausgewogene Ernährung, kann jedoch helfen, Versorgungslücken auszugleichen und die tägliche Selenzufuhr stabil zu halten.
Formen von Selen im Vergleich
Selenmethionin (organische Form)
Diese Form ähnelt natürlich vorkommenden Verbindungen in pflanzlichen Lebensmitteln. Sie wird sehr gut vom Körper aufgenommen und in Körperspeichern eingebaut. Aufgrund der hohen Bioverfügbarkeit ist sie eine häufig verwendete Form in hochwertigen Ergänzungen.
Vorteile:
• sehr hohe Absorptionsrate
• gute Speicherfähigkeit im Organismus
• natürliche, lebensmittelnahme Form
Natriumselenit / Natriumselenat (anorganische Formen)
Diese Formen werden nicht gespeichert, sondern im Körper direkt für physiologische Prozesse genutzt. Sie sind besonders stabil, gelten als gut erforscht und zeichnen sich durch eine zuverlässige, vorhersehbare Wirkung aus.
Vorteile:
• gut dokumentiertes Sicherheitsprofil
• stabil und schnell verfügbar
• geeignet für gezielte Anwendungen
Selenhefe
Selenhefe enthält eine Mischung aus verschiedenen Selenformen, überwiegend organische. Sie gilt als eine „naturnahe“ Variante, da sie der Zusammensetzung von Selen in Vollkornprodukten oder Pflanzen ähnelt.
Vorteile:
• Mischung unterschiedlicher Formen
• natürliche Zusammensetzung
• moderate bis hohe Bioverfügbarkeit
Welche Form ist die beste?
- Selenmethionin → hohe Bioverfügbarkeit, geeignet für langfristige Versorgung
- Natriumselenit/-selenat → gut dokumentiert, direkt nutzbar, stabile Form für präzise Dosierungen
- Selenhefe → kommt Lebensmittel am nächsten, die Bioverfügbarkeit variiert jedoch
Wichtig ist die Gesamtdosierung, die Regelmäßigkeit der Einnahme und die qualitativ hochwertige Herstellung.